

Fr. 23.09.2016 - Eisarena Bremerhaven - Spielbeginn: 19:30 Uhr

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Spielleitung:
HSR Aumüller, Roland
HSR2 Hoppe, Benjamin
LSR1 Gemeinhardt, Thomas
LSR2 Müller, Jan-Christian
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Die Begegnungen der Saison:
Erstes Aufeinandertreffen in der DEL – Bremerhaven seit 2016 in der Liga
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In Spiel drei geht es für die Roosters gegen den Neuling in der DEL, man ist zu Gast bei den Fishtown Pinguins aus Bremerhaven. Nach dem überraschenden Ausstieg der Hamburg Freezers übernahm man die Lizenz, kehrte der DEL2 den Rücken und versucht sein Glück nun in der höchsten Klasse im deutschen Eishockey. Schnell hatte man die Anforderungen erfüllt und löste damit eine gehörige Euphorie beim neuen Nordlicht der Liga aus. Und bisher hat man sich in den ersten zwei Spielen teuer verkauft, in Iserlohn sollte man gewarnt sein.
Für die Roosters geht es darum endlich den ersten Saisonsieg einzufahren, verlor man Spiel 1 in Düsseldorf und Spiel 2 zu Hause nach einem Penaltyspektakel mit 3:4 gegen Nürnberg. Gegen den Neuling ist man nun unter Zugzwang, denn man muss davon ausgehen, dass Iserlohn als Favorit in das Spiel gehen wird. Es gilt die ersten drei Punkte mit an den Seilersee zu bringen und zu zeigen, dass man in der Saison angekommen ist. Und auch Bremerhaven wartet auf den ersten Dreier in deDEL-Historie. Im ersten Spiel verlor man zu Hause gegen Wolfsburg knapp mit 2:3. Das zweite Spiel ging nach Verlängerung mit 2:3 an Schwenningen, sodass die Bremerhavener genau wie die Roosters einen Punkt auf der Habenseite verbuchen können. Damit stehen sie einen Platz vor den Roosters, weil man ein besseres Torverhältnis aufweisen kann.
Die Iserlohner haben nun eine Woche Zeit, um die nötigen Automatismen zu entwickeln, das Feintuning zu verbessern und aus den ersten beiden Spielen Lehren zu ziehen. Pasanen und Bartman haben die schwere Aufgabe das Team so schnell es geht auf das Level zu bringen, das man für das Erreichen der Playoffplätze benötigt. Ja, die Vorbereitung verlief nicht optimal, doch darf das so langsam nicht mehr als Ausrede herhalten. Das Spiel gegen die Nürnberger offenbarte einige Defizite, gerade in der Rückwärtsbewegung und der Verteidigung vor dem eigenen Tor. Auch war die persönliche Fehlerquote einiger Spieler viel zu hoch, sodass man damit immer wieder den Gegner eingeladen hat Mathias Lange im Kasten der Roosters zu prüfen. Man ging zwar drei Mal in Führung, aber man gab diese auch drei Mal wieder aus der Hand. Auffällig ist das fehlende Körperspiel in allen Mannschaftsteilen, wobei besonders in der eigenen defensiven Zone zu wenig auf den Körper des Gegners gegangen wird. Klar, gegen einen Steckel (1,98 m) oder einen Möchel (1,91 m) aus Nürnberg ist das nicht so einfach, aber auch nicht unmöglich.
Es bleibt zu hoffen, dass die Trainer es geschafft haben in der zurückliegenden Woche gegen die Defizite zu arbeiten. Abzuwarten bleibt, ob die Reihen so bestehen bleiben, wie man das gegen Nürnberg sehen konnte. Vielleicht macht es Sinn, wenn man jetzt bereits über einen Wechsel nachdenkt, um schnell die richtigen Kombinationen zu finden. Zudem muss der Sand aus dem Getriebe raus, das Teamverständnis muss her. Und es gilt die Spannung hoch zu halten, man darf Bremerhaven sicher nicht unterschätzen. Man kennt ja die Geschichte mit den Roosters und den Spielen gegen die vermeintlich schwachen Gegner.
Torschützen waren Ashton Rome (2 Tore), Troy Milam sowie Jason Jaspers und Blaine Down, die Assistenten Troy Milam, Jason Jaspers und Dieter Orendorz sowie Ryan Button (2 Assists), Dylan Wruck und Blair Jones.
Das Management in Bremerhaven war natürlich gefordert, als es plötzlich hieß: wir spielen in der nächsten Saison in der DEL. Mit einem Etat von etwa 3,8 Mio. € bildet man hier natürlich das Schlusslicht der Liga, doch konnten Manager Alfred Prey und Trainer Thomas Popiesch ein Team aufbieten, welches versuchen wird in der Liga mitzuhalten. Dazu wurden insgesamt 17 neue Spieler verpflichtet, zwei Torhüter, sechs Verteidiger und neun Offensivkräfte. Die Vorbereitung verlief recht gut, sodass man mit Zuversicht in die Spielzeit 2016/2017 geht.
Im Tor setzt man auf den Finnen Lani Nieminen, der bisher nur in der finnischen Liga zum Einsatz kam, wobei er dort zuletzt nur als Backup aufgestellt war. Von ihm verspricht man sich in Bremerhaven sehr viel, weist er doch schnelle Hände und gute Reflexe auf. Ihm zur Seite stehen Gerald Kuhn und Youngster Josef Lala, der allerdings eher als Perspektivspieler für die Zukunft zu sehen ist.
In der Defensive setzen die Pinguins weiter auf Dominik Tiffels, Steve Slaton, Cody Lampl und Gino Blank. Verstärkt hat man sich u. a. mit Mike Moore, der mit seiner Erfahrung das Team anführen soll. Er wechselt aus der AHL (Herschey Bears) in den Norden Deutschlands, er blickt auf über 500 Spiele in der zweiten amerikanischen Liga zurück (es stehen auch 6 NHL-Spiele in seiner Vita). Ein alter Bekannter ist Kevin Lavallee, der zuletzt zwei Jahre am Seilersee sein Verteidigerhandwerk verrichtet hat und dann zu den Bremerhavener in die DEL2 wechselte; nun geht er allerdings wieder in der DEL an den Start und soll mit seiner Erfahrung aus über 370 DEL-Spielen dem Club helfen. Weitere Neuzugänge sind Steven Bär, Bronson Maschmeyer und Wade Bergman. Auffällig ist dabei, dass neben Mike Moore nur ein weiterer Ausländer in der Defensive zum Einsatz kommt, denn mit dem Finnen Atte Pentikäinen (1,97 m Körpergröße) wurde kurzfristig eine weitere Ausländerlizenz vergeben.
Im Sturm hielt man nur fünf Spieler des alten Kaders, denen man ein Bestehen in der DEL zutraut; dazu zählt das Urgestein Marian Dejdar, der bereits seit 2009 für Bremerhaven auf Torejagd geht. Aber die Last tragen müssen wohl insbesondere die ausländischen Stürmer, so z. B. die US-Boys Rob Bordson, Corey Quirk und Jack Combs. Leider verletzte sich der Finne Sami Venäläinen in der Vorbereitung, sodass man nochmals nachjustieren musste und den Kanadier Jeremy Welsh verpflichtete. Ergänzt wird die Offensive durch Liganeulinge wie Marius Stöber, Jason Bast, Jordan George, Tobias Kircher und Christoph Körner.
Eine erste Saison ist für einen Liganeuling immer eine Wundertüte und natürlich eine große Herausforderung. Allerdings kann man ohne Druck an die Sache herangehen, da man von den Fishtown Pinguins nicht wirklich viel erwartet. Eine Playoffteilnahme wäre sicher schon eine riesige Überraschung, aber man kann sicher das eine oder andere arrivierte Team ärgern und für Ausrufezeichen sorgen. Für die Fans ist es schon ein Erfolg, dass man in der höchsten Spielklasse an den Start geht, man kann davon ausgehen, dass jedes Heimspiel dort ein Fest sein wird. Die Roosters haben nun die Gelegenheit, das rauszufinden und den Nordlichtern diese Party zu versauen.
Die Tore für Bremerhaven haben bisher Jordan Owens (zwei Treffer), Brock Hooten und Jordan George erzielt, die Assists kamen von Steven Bär, Cody Lampl, Corey Quirk (zwei Assists), David Zucker, Kevin Lavallee (zwei Assists) und Atte Pentikäinen.
Spiel drei steht also auf dem Plan, es gilt den ersten Saisonsieg einzufahren und zu zeigen, dass mit den Roosters auch diese Saison zu rechnen ist und man die schwierige Vorbereitung hinter sich gelassen hat. Doch darf man die Fishtown Pinguins nicht auf die leichte Schulter nehmen und muss konzentriert zu Werke gehen, um wirklich drei Punkte von der Küste an den Seilersee zu entführen. Eine Niederlage darf man sich gegen den Liganeuling nicht erlauben, auch nicht in der aktuellen Situation. Im Vorbereitungsturnier in Bremerhaven konnte man gegen die Pinguins bereits siegreich vom Eis gehen, wird man das auch im ersten Kräftemessen in der DEL schaffen?